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[FRAGE] Welches Holz für Werke in Lebensgröße

Diskussion, Meinungsaustausch, Fragen, etc. zum Thema Schnitzen mit der Kettensäge
 
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Welches Holz für Werke in Lebensgröße

Beitrag von Schorsch » 23 Sep 2017, 21:31

Liebe Schnitzer,

schon oft kam ich mit eurer Hilfe einen entscheidenden Schritt weiter.
Vielen Dank erst mal dafür.

Nun stehe ich vor einer neuen Herausforderung und bitte wieder um euren Rat.

Seit 2015 schnitze ich in jeder freien Minute. Bisher hab ich Lärche, Fichte, Eiche, Nussbaum, Kirsche verarbeitet.

Die Risse bekam ich mal mehr, mal weniger in den Griff. Gut half, den Kern raushalten, mehrere Schichten Lasur und das gute Anchorseal.

Lärche und Fichte kriegen bei mir meist wenige, dafür aber größere Risse, Eiche meist viele aber kleinere Risse.

Nun soll ich bald eine lebensgroße Menschenfigur erstellen, die zwar wind- und regengeschützt, aber nicht schattig sondern sonnig steht.

Aufgrund meiner Erfahrungen würde ich nun zu Eiche tendieren, wenn es geht, nur den halben Stamm verwenden, wenn ich einen Stamm in dieser Größe kriege.

Was meint ihr dazu? Was reißt hier am wenigsten?

Wie sieht es mit Pappel aus? da könnte ich einen Stamm kriegen, der auf alle Fälle groß genug ist.

Bin offen für neue Vorschläge.
Danke erst mal.
Gruß

Schorsch

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Re: Welches Holz für Werke in Lebensgröße

Beitrag von woodfox » 24 Sep 2017, 21:39

Hallo Schorsch ;)

du hast das Wichtigste schon selbst geschrieben, nach dem Schnitzen möglichst bald mit Wachs bzw. Lasur behandeln.
Ein anderer Tipp wäre möglichst langsam gewachsenes Holz verwenden, nur das bekommt man meist nur aus Gebirgslagen.
Das beste Schnitzholz bei uns wäre die Zirbelkiefer, aber auch teuer.
Ein anderer Tipp, wenn man genug Zeit hat, den Stamm im Kern halbieren, vortrocknen und vor dem Schnitzen wieder mit Faserleim zusammenfügen.
Natürlich wann immer es geht den Kern raus und auch je filigraner eine Figur wird umso weniger wird sie auch reißen.
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Re: Welches Holz für Werke in Lebensgröße

Beitrag von Leffotrak » 25 Sep 2017, 17:49

Mein Tipp wäre gewesen zu sehen, in welche Richtung das Holz am stärksten reißt. Den großen Riss nach hinten.
Ich hab neulich die Figur so aus dem Holz gearbeitet, dass die Rissen am wenigsten zu sehen waren.
Brennholzkunst in jeder Hinsicht.

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Re: Welches Holz für Werke in Lebensgröße

Beitrag von Holz-Kev » 25 Sep 2017, 18:07

Hätte als Tipp auch nur den Entlastungsschnitt, bis in den Kern, zu bieten. :D
Freundliche Grüße

Kevin

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Re: Welches Holz für Werke in Lebensgröße

Beitrag von Schorsch » 27 Sep 2017, 18:14

Danke euch erst mal. All diese Dinge sind mittlerweile Standard geworden bei jedem Stück.

Es ist und bleibt halt Holz.

Wie sieht es denn mit Pappel in dieser Größe aus? Die hab ich noch nie verarbeitet?

Soll ja angeblich nicht ganz so stark reißen. Hat da jemand Erfahrungen?

Danke
Gruß

Schorsch

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Re: Welches Holz für Werke in Lebensgröße

Beitrag von woodfox » 27 Sep 2017, 18:53

Schorsch hat geschrieben:D.....
Soll ja angeblich nicht ganz so stark reißen. Hat da jemand Erfahrungen?

Danke


Hab nur eimal was kleineres aus einem Halbstamm gesägt und damals noch ohne Wachs gearbeitet und kaum Risse bekommen
guck mal bei Martina Gasts Seite
https://www.allgaeu-carving.de/holzarten/
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Re: Welches Holz für Werke in Lebensgröße

Beitrag von Bodo » 28 Sep 2017, 20:17

Hallo Georg,

da Pappel sehr langsam trocknet, reißt es auch fast nicht. Und wenn man es noch gut lasiert, kann man es durchaus auch im Freien einsetzen.
Es ist leicht zu sägen, trotzdem muss man aber sehr vorsichtig beim sägen sein.
Auch beim schleifen muss man viel Gefühl zeigen.
Für mich hat Pappel noch einen großen Vorteil. Da es praktisch kaum reißt, kann man sich mit seiner Figur auch mehr Zeit lassen.
Und natürlich ist der Materialpreis auch interessant.
Nachteilig für mich ist die leblose Holzstruktur und die Farbe. Da muss jeder selber sich was einfallen lassen.

Mit besten Grüßen
Bodo

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Re: Welches Holz für Werke in Lebensgröße

Beitrag von woodfriend » 29 Sep 2017, 07:18

Moin Moin Schorsch,
ich schnitze nach möglichkeit nur in Eiche ( Ohne Splint ) wenn man einen Schnitt bis zum Kern von der Rückseite setzt, bekommt man nur lauter kleine Risse an der Oberfläche. Da ich persönlich das natürliche an den Skulpturen mag, muß ich sagen daß mich die feinen Risse ( die sehr zahlreich und gleichmäßig auftreten ) überhaupt nicht stören. Ich mag es auch gerne wenn die Skulpturen einfach grau werden und verzichte deshalb auch gern auf Lasuren Öle oder ähnliches. Das einzige was ich mache, ist sie gegen Pilz und Bläue einzuspritzen . Ich finde es total schön wenn die Skulpturen mit den Jahren ihre natürliche Patina bekommen.
Also meine Empfehlung ist eindeutig " Eiche "

Nordische Grüße von Jens

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Re: Welches Holz für Werke in Lebensgröße

Beitrag von Holz-Kev » 29 Sep 2017, 18:46

Kann Jens nur beipflichten, einzig den Punkt mit den Pilzen und die Bläue kann ich nicht nachvollziehen. Beides sollte nach meinem Wissen bei Eiche eher nicht vorkommen. Bei Nadelholz allerdings umso mehr.
Eiche ist allerdings auch nicht ganz billig. :D
Freundliche Grüße

Kevin

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Re: Welches Holz für Werke in Lebensgröße

Beitrag von woodfriend » 30 Sep 2017, 11:48

Moin Kevin,
das mit dem Bläueschutz ist eher vorbeugend 8-) für das gute Gefühl : einfach daß man hat was gemacht ;-)
Wenn Splintholzteile in der fertigen Skulptur vorhanden sind würde ich diese aber auf jeden Fall gegen Pilz und Bläue behandeln, denn da geht ziemlich schnell der Pilz rein :-)

Gruß Jens

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