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Unwissender sucht Wissen

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Unwissender sucht Wissen

Beitrag von Holzwühler » 20 Mär 2018, 15:10

Hallo, ich bin zwar schon etwas erfahren in der Thematik Schnitzten, doch komme ich bei einigen Sachen nicht weiter.
Zum Beispiel kann ich meinen Schleifstern nie lange benutzen obwohl ich bereits einige Schleifpapiere probiert habe.
Ein anderer Punkt wäre das Nacharbeiten. Filigrane Sachen mache ich größtenteils mit den Schnitzeisen was bei Hartholz gerade bei angeschraubten Sachen Probleme macht, oder einfach nur zu lange dauert.
Immer wieder sehe ich bei anderen Holzbildhauern ein Gerät was aussieht wie ein Dremel, jedoch größer zu sein scheint.
Gibt es da Einstiegsmodelle die man ausprobieren kann.
Beim Streichen benutzte ich Anchorseal, aber gibt es auch andere Möglichkeiten das Reißen zu mindern.
Vielen Dank im voraus für etwaige Antworten!
Der Andreas

 
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Re: Unwissender sucht Wissen

Beitrag von Schorsch » 20 Mär 2018, 18:12

Servus Andreas,

Schleifsterne halten bei mir auch nicht lange. Ich hab mittlerweile drei Stück rumliegen, wenn das Wetter mal schlecht ist mach ich die wieder neu. Ist halt Verschleißmaterial und nutzt sich ab.

Ich hab mir für Nacharbeiten einen Geradschleifer gekauft, ich denke das ist das Teil das du meinst. Dazu ein paar Fräser in unterschiedlicher Form. Den nehme ich aber nur gelegentlich her. Wenn Du so einen kaufen solltest, empfehle ich einen mit langem Hals. Ich hab einen mit kurzem Hals, den finde ich immer nicht so geschickt zu Greifen. Das Ding musst Du fest in der Hand haben, sonst weicht das z.B. Ästen oder schräglaufender Maserung aus. Hätte mir mehr von dem Teil erwartet. Regelbare Geschwindigkeit wäre auch gut.

Was ich sehr gerne nehme ist die Elektrofeile. Mit einem 40er Papier hast du da noch ganz schönen Materialabtrag, bei feinem Papier gehen auch Feinheiten ganz gut. Den nehme ich sehr gerne her und der Wechsel des Schleifpapiers dauert nur ein paar Sekunden.

Schnitzeisen hab ich auch welche, nehme ich aber nur her, wenn ich elektrisch nicht weiter komme, weil es elektrisch einfach schneller geht.

Das mit den Rissen und dem Anchorseal :D

Wenn Du da ein gutes Rezept hast, lass es dir patentieren.

Bei mir kriegen die Werke entweder ein paar Schichten Lasur und dann noch Anchorseal drüber, oder nur Anchorseal.

Ohne Risse geht's fast nicht, wobei es manchmal verwunderlich ist, dass von zwei Werken aus dem gleichen Stamm, mit gleicher Behandlung eines reißt und eines nicht.

Schattiger und kühler Standort, Kern raushalten, Anchorseal. Mehr weiß ich auch nicht.

Ich denke da kommen aber noch ein paar Tipps von den "alten Hasen"
Gruß

Schorsch

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Re: Unwissender sucht Wissen

Beitrag von Holz-Kev » 20 Mär 2018, 18:50

Hallo und herzlich willkommen!

Zum Thema Schleifsterne kann ich noch beitragen, dass aus meiner Sicht wichtig ist, und so wird es ja von einschlägigen Händlern auch vertrieben, das es längs geschlitztes Papier ist.
So fleddert nicht immer der ganze Streifen rum, sondern trägt sich nach und nach ab.
Hätte jetzt bereits Kontakt mit Großhändlern und einem Hersteller, aber preislich kommt man da direkt keineswegs besser weg als wenn man es beim Woodpecker oder so kauft.

Genau, das Ding heißt Geradschleifer!
Es gibt durchaus günstige Einsteigermodelle, wobei die Drehzahlreglung und der lange Hals schon, auch aus meiner Sicht, die wichtigsten Kriterien sind.
Ich hab einen von Fein, da weiß ich einfach was ich hab.
Mit dem mach ich viele Details.
Einen Fingerschleifer hab ich z.b. garnicht, wobei der hier und da ganz praktisch wäre.
Nehme auch gern mal den Winkelschleifer mit Schneidscheibe (Achtung! nicht ungefährlich), Schruppscheibe bzw. Contursander von Arbortech.

Für mich gehören Risse dazu und ich verwende bei Hartholz lediglich ein Halböl und ein reines Leinölfirnis je ein Auftrag bzw. bei Nadelholz, kommt oft bei Stumpjobs vor, nehme ich ein Schutzanstrich von Remmers gegen Bläue und Fäulnis.
Freundliche Grüße

Kevin

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Re: Unwissender sucht Wissen

Beitrag von Holzwühler » 21 Mär 2018, 05:41

Vielen Dank für die Infos. Habe den (2) günstigen Schleifer bei Amazon von Makita schon mal markiert, muss aber wohl erst mal was verkaufen um den zu finanzieren. Hier im tiefsten Osten werde ich meine Sachen immer schlecht los, melden sich oft Leute von sonst wo, oder Berlin und Hamburg. Und man muss hier natürlich immer Dinge schnitzen die die Leute auch Kaufen..(Eulen, Pilze(Eigentlich ne Holzverschwendung!). Bei meinen Schleifsternen habe ich die Streifen eingeschnitten weil ich die Vorgestanzten nicht gefunden hab. Zum Thema streichen, da neige ich dazu immer dick Wachs mit Lasur zu mischen. Im Keller bleiben die risse dadurch etwa 4 Monate aus. Sieht eben dadurch zu angemalt aus. Aber die risse halten sich sehr in Grenzen. Ich würde gern ein Beispiel zeigen, kann sie hier mal reinstellen. Ansonsten nur Stammfüße. Ich habe gemerkt das Pappel sehr wenig reißt. Beim Streichen scheint es auch wirklich einen Unterschied zu machen ob man frisch geschlagenes Holz nimmt oder nicht. Wenn es beim Arbeiten spritzt und gleich gewachst wird reißt es um so weniger. Schleift sich eben nur besch..! Ich habe die letzten 7 Jahre im Holzeinschlag gearbeitet, und immer,wenn es passt Holz mitgehen lassen. Wenn es zu schwer war habe ich nach Feierabend auch schon mal das Grobe herausgeschnitzt. Oft auch mal mit Taschenlampe . Der Transport, Lagerung usw. sind bei uns das Problem. Aufträge für größere Sachen gab es schon, konnte ich aber leider nicht bewerkstelligen. Wir wohnen mitten in der Stadt. Und dadurch das wir mittlerweile auf die Einnahmen daraus angewiesen sind um das schlechte Einkommen hier im Osten auszugleichen ärgert natürlich jede nörgelige Kundschaft die nicht sieht wieviel Zeit und Arbeit sowas verbraucht. Ich würde gerne auch größere Arbeiten im Kundenauftrag machen, aber das wird dann irgendwann gefährlich zwecks Finanzamt wenn man das öffentlich inseriert. Nochmals danke für die Antworten!

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Re: Unwissender sucht Wissen

Beitrag von Holz-Kev » 21 Mär 2018, 19:56

Das die Kundschaft zum Großteil den Standardkram haben will, ist denke ich überall so.
Ist hier, speckgürtel von Berlin, jedenfalls genau so.
Ich musste auch schon ein paar wenige Kunden verprellen, dass lässt sich halt ohne große Technik nicht vermeiden.

Hast Du die Streifen Schleifpapier auch auf der gesamten Länge alle paar Zentimeter eingeschlitzt oder nur für die Schraube?

Wie gesagt, Risse sind nie ganz vermeidbar.
Wobei es sich bei mir, hauptsächlich Eiche, in Grenzen hält.

Was sich bei mir, zumindest bis zu einem bestimmten Gewicht, bewährt hat, ist ein einfacher mobiler Motorkran. Der kostet nicht die Welt und lässt sich ganz gut allein auf- und vom Hänger laden, selbst im Wald hab ich so schön Stämme mit bis zu 250-300kg aufgeladen.
Wo wohnst Du denn wenn man fragen darf?
Schnitzt Du direkt bei euch zuhause?
Hab ich eine Zeit lang auch gemacht und habe dann aber rechtzeitig, bevor ich mit den Nachbarn im klinsch liege, einen passenden Ort gefunden.
Da kann ich 365 Tage und 24 h Schnitzen, zumindest theoretisch. :D

Ist nen gut gemeinter Rat: meld dich als Freischaffender Künstler o.ä. beim FA an, dass die davon Wind bekommen das Du das schwarz machst geht ganz schnell, muss ja nur mal der "falsche" Kunde dabei sein!
Dann sind die paar Kröten die Du bis dato verdient hast, gleich doppelt und dreifach weg!
Freundliche Grüße

Kevin

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Re: Unwissender sucht Wissen

Beitrag von Holzwühler » 21 Mär 2018, 22:18

Wir haben eine Garage mitten im Gewerbegebiet, da kann ich auch am WE Krach machen. Halt ohne Strom (Nur mit Notstromer) und schon etwas entfernt von unserer Wohnung. Hier in Greifswald schwer zu bekommen. Die Stadt ist völlig überlaufen. Ein Haus mit Grundstück wäre natürlich nicht schlecht, da könnte man die Kinder auch nebenbei spielen lassen. Zur Zeit ist sie mal wieder bis zur Decke mit Holz vollgestapelt. Irgendwo dahinter hab ich noch eine Werkbank die ich seit Monaten nicht mehr benutzen konnte. Greifswald hat eine kleine besserverdienende Oberschicht durch die Uni, der Rest sind Normalverdiener, Rentner und 12000 Studenten.

Deine Anzeigen auf eBay Kleinanzeigen kenne ich bereits, hatte auch schon überlegt dir zu schreiben weil es einige Aufträge aus der Berliner Ecke gab die ich nicht machen konnte. Eigentlich komme ich aus Wusterwitz, ein Ort von dir aus gesehen hinter Brandenburg.
Ich bin nur wegen meiner Frau hier hängengeblieben obwohl ich nun gar kein Stadtmensch bin.

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Re: Unwissender sucht Wissen

Beitrag von Holz-Kev » 22 Mär 2018, 17:09

Einen Ort, wo man ungestört und ohne jemanden zu stören, Krach machen kann ist auf jeden Fall Gold wert.
Ich schnitze auf einem ehemaligen Kasernengelände
und hab da 6x 18m in einer ehemaligen LKW- Garage, allerdings gibt es dort auch keinen Strom.

Kannst gern mal ne Nachricht schicken wenn jemand aus meiner Nähe sich bei Dir meldet.
Andersrum kann ich das natürlich auch gern tun.
Hatten wir hier im Forum auch schon das ein oder andere mal.
Freundliche Grüße

Kevin

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Re: Unwissender sucht Wissen

Beitrag von Holzwühler » 23 Mär 2018, 07:20

Geht klar!

 
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Re: Unwissender sucht Wissen

Beitrag von Woodpecker » 09 Apr 2018, 05:52

Thema Schleifstern:
Die meisten arbeiten mit zu hohen Drehzahlen. Muss nicht !!!
Die Qualität des Papiers spielt eine wichtige Rolle.
Papier als Untermaterial ist Sch.... . Gewebe muss es sein.

Thema Geradschleifer:
Nimm einen bei dem man unterschiedliche Spannzangen verwenden kann.
Mein Tipp, wenn Ihr einen Kompressor habt schaut mal nach Druckluftwerkzeug.
Da gibts wesentlich günstigere Angebote als elektrisch. Genau so auch was die Fingerfeile betrifft.

Gruß Rolf

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Re: Unwissender sucht Wissen

Beitrag von Holzwühler » 22 Apr 2018, 02:22

Ich bekomme öfter Anfragen zum Thema Versenden.
Wie handhabt ihr solche Dinge. Ich mache es nicht mehr seit ich mal draufzahlen musste.
Scheue es deshalb, aber bekomme selten Angebote vor Ort.

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